Wickede (Ruhr) Gemeinde mit Profil  

Der Herbst wird rot-weiß: Sperrböcke und Flatterband werden zahlreiche zusätzliche Baustellen markieren

Grund: Auch Telekom und Unitymedia wollen jetzt Wickede stärker verkabeln

Auch in den kommenden Monaten müssen sich die Wickederinnen und Wickeder mit zahlreichen Baustellen arrangieren. Selbst wenn auf Gehwegen und Straßenabschnitten gerade nach Kabelverlegungen die Ausbesserungsarbeiten abgeschlossen wurden, muss dann bis in den kommenden Sommer hinein mit Neuaufbrüchen gerechnet werden. Der Grund: Die Deutsche Telekom will jetzt auch kräftig in ihr unterirdisches Netz in der Ruhrgemeinde investieren. Ebenso möchte der Kabelanbieter Unitymedia eine wichtige Leitung verstärken. Weiterhin haben sich zahlreiche Einwohner noch in den letzten Wochen entschieden, jetzt doch noch einen Anschluss bei der Deutschen Glasfaser zu wünschen. Ihre Anbindung wird aber - wie bereits am Start des Netzausbaus mitgeteilt - erst nach Abschluss der jetzt laufenden Erschließung stattfinden. Dazu werden mit sogenannten Kopflöchern Verbindungen zwischen Haus und der Leitung in der Straße hergestellt.

  ,,Für uns als Gemeindeverwaltung ist es sehr arbeitsintensiv und mitunter ärgerlich, dieselben Strecken für neue Leitungen mehrfach in der Planung vorbereiten, konkret überwachen und schließlich abnehmen zu müssen", so Bürgermeister Michalzik insbesondere zu den Telekom-Plänen: ,,Leider fehlen uns Instrumente,  die Kabelunternehmen zu einer frühzeitigen Zusammenarbeit zu zwingen. In der Oststraße haben wir eine freiwillige gemeinsame Verlegung organisieren können. Grundsätzlich räumt das deutsche Telekommunikationsrecht den Unternehmen aber weitgehende Rechte ein." Auch legen die Kabelfirmen oft großen Wert darauf, dass die Mitanbieter nicht einmal Einblick in die eigenen Planungen bekommen. „Wir bestehen im Vorfeld darauf, dass die geplanten Baustrecken zuvor genau mit einem Mitarbeiter aus dem Rathaus abgegangen und festgelegt werden. Darüber hinaus liegt die Abnahme auf mängelfreie Wiederherstellung in unserer Hand."   ,,Auch legen wir Wert darauf, dass zeitnah eine Wiederherstellung erfolgt. Allerdings gehen wir darauf ein, dass dies wirtschaftlich erfolgen kann. Das heißt, Asphaltarbeiten können für mehrere Stellen am Stück erfolgen, weil nur so der Einsatz der Arbeiter und des Materials sinnvoll ist. Wenn solche Arbeiten sich verzögern - wie zuletzt in Echthausen - müssen wir den Firmen zunächst Aufforderungen zustellen und Fristen setzen, ehe wir äußerstenfalls selbst in die Bresche springen können", geht der Bürgermeister auf Bürgerfragen und einen jüngst veröffentlichten Leserbrief dazu ein.

Folgende Bauabschnitte stehen für Baumaßnahmen der Telekom in der Planung bzw. werden schon in Kürze beginnen:

A. Teile der Friedhofstraße, Am Lehmacker, Rissenhofstraße, Bergstraße und Fröndenberger Straße.
B. Teile der Hauptstraße zwischen den Einmündungen der Ringstraße, Teile der Ringstraße, Eisenbahn- und Brückstraße sowie ein Abschnitt der Erlenstraße bis Haus Nr. 33.
C. Die Hauptstraße von der ehemaligen Post bis zur Nordstraße sowie der Rottweg und Abschnitte auf der Nordstraße, der Friedhofstraße und auf der Kirchstraße (von Friedhofstraße bis zum Parkplatz des Kommunalfriedhof) sowie die Antoniusstraße.
D. Waltringer Weg und Ziegenhude sowie die Hövelstraße von Waltringer Weg bis am Hövelwald.
E. Die Hauptstraße im Bereich der Kreuzung Westerhaar und Teile der Straße Westerhaar.

Weiterhin sollen im Nahbereich um die Vermittlungsstelle im Postgebäude noch Anschlussarbeiten erfolgen, für die derzeit aber noch keine Pläne vorliegen.   Das Kabelunternehmen Uniymedia plant, demnächst ab dem Golfplatz auf Werler Gebiet eine Leitung bis hinunter zur Kreuzung bei der Tankstelle Bechheim und von dort entlang dem Waltringer Weg zu legen.   Im Ortsteil Echthausen bedeutet der aktuelle Glasfaserausbau einen Wettlauf mit dem bald bevorstehenden Winter. Insofern ist aus Sicht der Gemeindeverwaltung sehr wahrscheinlich, dass dort im kommenden Frühjahr noch Bauarbeiten für den Endausbau des Netzes erfolgen werden.

Im Ortsteil Wimbern werden schließlich entweder 2019 oder 2020 dann die Verlegearbeiten erfolgen, die dort im Rahmen der Bundesförderung für den Breitbandausbau durch das RWE-Tochterunternehmen vorgesehen sind, um Wimbern mit schnellem Internet zu versorgen.

„Auch wenn die Vielzahl der Breitband-Baustellen in den kommenden Monaten Behinderungen bedeutet und Nerven kostet, werden wir dann Mitte oder Ende 2019 einen Zustand erreicht haben, mit dem Wickede (Ruhr) als kleine Gemeinde bestens für die digitale Zukunft aufgestellt ist", sieht der Bürgermeister mittelfristig mehr Plus- als Minuspunkte.   ,,Der Zugang zu einem schnellen Internet ist ein Standortfaktor für die Wirtschaft, für die Bürger und in Zukunft auch für eine moderne Verwaltung. Der Bedarf nach Breitband wird mit den immer neuen Möglichkeiten der digitalen Nutzung weiter wachsen, gerade auch in unseren Unternehmen". In vielen EU-Ländern haben eine Mehrheit der Haushalte direkt verfügbare Glasfaserverbindungen. In Deutschland hingegen gilt das nicht einmal für zehn Prozent der Haushalte. Im ländlichen Bereich beträgt die Abdeckung gerade rund 2 Prozent.   Trotz Förderung der Bundesregierung kommt Breitband in ländlichen Regionen nur sehr schleppend voran. Vielerorts mangelt es an Firmen, die den für Glasfaser notwendigen Tiefbau durchführen können. Der Bund bleibt auf seinen Fördergeldern sitzen. Von den vier Milliarden, die bereitstehen, sind gerade mal wenige Millionen Euro abgerufen worden. Auch vor diesem Hintergrund bleibe der eingeschlagene Wickeder Weg richtig.
Unabhängig von den Breitbandarbeiten steht 2019 unter anderem noch die große Baumaßnahme ins Haus, die die Kanal- und Straßenerneuerung auf der Christian-Liebrecht-Straße 2019 mit sich bringen wird. Zeitgleich mit dem Neubau des Edeka-Marktes wird die dringend nötige Fahrbahnerweiterung in Angriff genommen, ohne die es weiterhin durchaus gefährliche Begegnungen zwischen Bussen oder LKW und PKW in der Kurve geben würde. Im Zusammenhang damit erfolgen weitere Sanierungsarbeiten am Kanal.