Wickede (Ruhr) Gemeinde mit Profil  

Pressemitteilung: Wasserspenden willkommen

Die Platanen in der Ringstraße werfen ungewöhnliche viele Borken ab: Während die Anlieger besorgt sind, sehen baumkundige Fachleute keine Probleme. Die "Abwürfe" beschäftigen nicht nur die Wickeder, sondern viele Städte und aktuell auch eine reihe von Medien, wie Berichte in Druck- oder onlineausgaben von Spiegel, Stern und Focus sowie zahlreichen Tageszeitungen zeigen. Die vermeintliche Rinde die um die Bäume herumliegt, ist eigentlich Borke, das heißt, der abgestorbene Teil der Rinde, der langsam nach außen wandert – durch das stattfindende Dickenwachstum. Die Borke besteht aus den abgestorbenen Zellen des Bastes, der stetig neu gebildet wird, und schützt den Baum vor Eindringlingen und äußeren Einflüssen.

Die Platane besitzt eine einzigartige Rinde. Sie erneuert die Borke immerzu und stößt die alte ab. Die Borke löst sich dabei in einem Rhythmus von drei bis vier Jahren in Platten vom Stamm ab und bringt das darunter liegende, scheckige Geflecht der Rinde zum Vorschein. Das ist ein natürlicher Zustand und hat nichts mit einer Krankheit wie der bei Platane häufigen Massaria zu tun – auch wenn die sich ablösende Borke den Anschein erweckt. Allerdings ist die derzeitige Witterung sei für alle Stadtbäume und damit auch für die vergleichsweise robuste Platane extrem, heißt es unter anderem aus dem Gartenbauamt der Stadt Bonn, in der allein fast 5000 Platanen Schatten durch Stadtgrün spenden und Sauerstoff produzieren. Daher leiden inzwischen auch diese sehr hitzeverträglichen Bäume unter Wassermangel. Damit verringert sich ihr Umfang, weshalb sich die Borke stärker als normal löst. Schließlich hat es zuletzt im April nennenswert geregnet. Hinzu kommt, dass im sehr feuchten Frühjahr die Platanen überdurchschnittlich wachsen konnten.

"Das sind Trockenschäden, die sichtbar werden, ebenso wie andere Gehölze verstärkt mit Astabbrüchen reagieren, um die Verdunstung zu reduzieren. Aufgrund der Trockenheit und der hohen Temperaturen drohen derweil viele andere Pflanzen im öffentlichen Raum zu vertrocknen". Wie inzwischen eine Reihe von Städten an Rhein und Ruhr bitten daher auch in Wickede (Ruhr) Bürgermeister Dr. Martin Michalzik und Bauhofleiter Rainer Kräenfeld die Bürgerinnen und Bürger, in der akuten Hitzeperiode beim Wässern der öffentlichen Bäume und Pflanzen mitzuwirken. Das solle am besten abends passieren, damit das Wasser nicht sofort verdunste. Besonders Jungbäume, die ein bis fünf Jahre alt sind, brauchen viel Flüssigkeit. Bei den Älteren sind die Wurzeln schon soweit vorgedrungen, dass diese nicht mehr so viel Wasser brauchen. Erste Bürger haben sich schon besorgt beim Rathaus gemeldet und Sorge um junge Bäume geäußert, gerade in Neubaubereichen, weiß Michalzik: "Bei manchen Bäumen sind 75 Liter am Tag erforderlich, um den Flüssigkeitsbedarf zu decken. Aber auch kleinere "Wasserspenden" helfen natürlich diesen Pflanzen, die im Wohnumfeld für alle wachsen".

Positiv bewertet Bürgermeister Michalzik auch die Initiative des Wasserversorgers Gelsenwasser, der "als Umweltunternehmen mithelfen möchte, dass so viele Bäume wie möglich" die Hitze überstehen, so Henning Deters, Gelsenwasser-Vorstandsvorsitzender. Jede Kommune, in der Gelsenwasser mit der Wasserversorgung beauftragt sei, können bis zu 5.000 Kubikmeter Wasser kostenlos für die Baumrettung nutzen. Dazu können die Kommunen die Standrohre einsetzen, die beispielsweise Feuerwehren für ihre Löscheinsätze vorrätig haben. Allerdings müsse zunächst abgeschätzt werden, an welchen Stellen und mit welchen verfügbaren Kräften konkret von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht werden kann, so der Bürgermeister. Jedenfalls verspreche dieses Angebot zusätzlich, Zeit für die Helfer zu sparen, da keine Bewässerungsfahrzeuge betankt und durch die Stadt gefahren werden müssen.